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Anamnese

Die Anamnese kann man als die Vorgeschichte eines Patienten verstehen. Sie wird in der Regel vor der Behandlung mit Hilfe eines Fragebogens erhoben. Insbesondere werden Sie nach Allergien, Allgemeinerkrankungen wie Asthma und Medikamenten, die sie regelmäßig einnehmen, gefragt. Diese Fragen sollten Sie ehrlich und umfassend beantworten. Sie sind sehr wichtig, um die Behandlung zu planen und mögliche Komplikationen zu vermeiden.

Informieren Sie uns vor jeder Behandlung, wenn sich zwischenzeitlich etwas an Ihrem Gesundheitszustand ändert oder Ihnen neue Medikamente verschrieben wurden

Anatomie

Zähne und Gebiss

Die insgesamt 32 Zähne im menschlichen Gebiss setzen sich aus acht Schneidezähnen, vier Eckzähnen, acht kleineren Backenzähnen und zwölf großen Backenzähnen zusammen. Dazu zählen auch die vier Weisheitszähne, die erst im Erwachsenenalter oder gar nicht durchbrechen.

Jeder Zahn besteht aus drei Teilen: der Zahnkrone, dem Zahnhals und der Zahnwurzel. Die Zahnkrone ist mit dem Zahnschmelz überzogen und schützt sie vor schädigenden Einflüssen. Unter dem Zahnfleisch im Kieferknochen liegt der unsichtbare Teil des Zahns: der Zahnhals. Bei gesunden Zähnen ist er vollständig vom Zahnfleisch bedeckt, genauso wie die Zahnwurzel im Kieferknochen.

Der Zahnzement umschließt den Zahnhals und die Zahnwurzel. Die Hauptmasse des Zahns, das Zahnbein, wird vom Zahnschmelz und dem Zahnzement umfasst. Umschlossen vom Zahnbein liegt im Innersten der Zahnnerv. Dieser ist das empfindlichste Organ des Zahns überhaupt: Er ist nicht nur von Nervenfasern, sondern auch von Lymph- und Blutgefäßen durchzogen, die den Zahn mit lebenswichtigen Stoffen versorgen.

Zahnhalteapparat

Der Zahnhalteapparat (lateinisch Parodontium oder auch Zahnbett) ist ein System aus mehreren Bestandteilen und verankert den Zahn im Kieferknochen. Dazu zählen das Zahnfleisch, der Zahnzement, die Wurzelhaut und das Zahnfach im Knochen.

Die Wurzelhaut schafft eine mimimal bewegliche, aber dennoch stabile Verbindung zwischen Zahn und Kieferknochen. Dies bewirkt, dass der Zahn nicht starr in den Knochen gepresst wird und bei einer Druckbelastung (zum Beispiel beim Kauen) immer in seine normale Position zurückfedert.

Erkrankungen im Bereich des Zahnhalteapparates sind die Entzündung des Zahnfleisches (Gingivitis), die Entzündung des gesamten Zahnhalteapparates oder der nicht-entzündliche Zahnfleischrückgang (Rezession).

Kiefer

Der Kiefer ist nicht nur Teil unseres Schädels, sondern gestaltet auch zu einem großen Teil das Aussehen unseres Gesichts. Er besteht aus einem Ober- und einem Unterkiefer. Während der Oberkiefer fest mit dem Schädelknochen verbunden ist, setzt der bewegliche Unterkiefer über Kiefergelenke an jeder Seite des Schläfenbeins, einem Teil des Schädelknochens, an. Das Kiefergelenk ist das beweglichste im ganzen Körper und wird durch kräftige Kaumuskeln bewegt.

In jedem Kieferknochen befinden sich Zahnfächer, in die die Zähne eingefügt sind. Zusammen mit dem Zahnfleisch, dem Zahnzement und der Wurzelhaut gehört das Zahnfach zum Zahnhalteapparat des Zahnes. Der Zahn besitzt in seinem Inneren Nervenfasern und Blutgefäße, die sich über eine kleine Öffnung in die Nervenbahnen und Blutgefäße des Kiefers fortsetzen.

Der Unterkiefer kann Bewegungen in verschiedenen Richtungen ausführen, die wir zum Beispiel zur Nahrungsaufnahme benötigen. Aber auch Sprechen und Atmen wäre ohne diese Beweglichkeit nicht möglich.

Das Kiefergelenk ist durch die häufige Beanspruchung, teilweise sehr hohe Kaukräfte und seine Komplexität anfällig für Störungen. Mehr Informationen zu diesem Aspekt erhalten Sie unter Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD).

Funktionsanalyse

Die Funktionsanalyse ist ein diagnostisches Verfahren, bei der die Funktion des Kausystems überprüft und aufgezeichnet wird.

Das Kausystem besteht aus den Zähnen, dem Zahnhalteapparat (Parodontium) den Kieferknochen, dem Kiefergelenk und der Kaumuskulatur. Im normalen Zustand arbeiten alle Teile des Kausystems reibungslos zusammen und die Zähne treffen beim Zusammenführen beider Kiefer punktgenau aufeinander. Diesen Zustand nennt man den „richtigen“ Biss (oder „richtige“ Okklusion).

In einem richtig verzahnten Gebiss sind die Zähne so im Mund angeordnet, dass …
  • beim Biss die Kontaktpunke in einer ganz bestimmten Art und Weise auf den Zahnoberflächen verteilt sind
  • die Kiefergelenke bei einem normalen Biss eine zentrale Position in ihren Gelenkgrübchen einnehmen können und
  • bei Seitwärts- oder Vor- und Zurückbewegung des Unterkiefers nur bestimmte Zähne im Kontakt sind.

Abweichungen von dieser normalen Situation können entstehen durch …

  • Zahnfehlstellungen
  • kieferorthopädische Behandlungen
  • Füllungen, Kronen, Brücken, Prothesen
  • Zahnverlust.

In diesen Fällen entstehen z. B. zu frühe Kontakte beim Zusammenbeißen, die für das Kausystem schwerwiegende Folgen haben können. Im Laufe der Zeit können sich Symptome einer Craniomandibulären Dysfunktion (CMD) entwickeln, die sich in Muskelschmerzen, Zähneknirschen, Gelenkerkrankungen bis hin zu Tinnitus, Beschwerden im Nackenbereich und des Rückens äußern können.

Ausführliche Informationen zur Craniomandibulären Dysfunktion finden Sie hier.

Die Funktionsanalyse dient also …

  • zur Beurteilung des momentanen Zustandes des ganzen Kausystems
  • zum Erhalt des gesunden Zustandes vor Anfertigung von Zahnersatz
  • zum Erkennen von Störungen im Zusammenspiel von Zähnen, Gelenken und Muskeln

Es gibt eine klinische und in eine instrumentelle Funktionsanalyse.

Bei der klinischen Funktionsanalyse steht die visuelle und taktile Diagnose im Vordergrund, d.h. die Kieferbewegungen werden beobachtet und die Kiefergelenke sowie eventuelle Verhärtungen der Muskulatur ertastet.

Bei der instrumentellen Funktionsanalyse wird mit Hilfe von Apparaturen und Geräten die Lage der Kiefer bestimmt und die Funktion der Gelenke analysiert.

Röntgen

Röntgen ist aus der Zahnmedizin nach wie vor nicht wegzudenken. Mittels Röntgenstrahlen lassen sich äußerlich nicht sichtbare StrukturenErkrankungen oder für bestimmte Eingriffe problematische Wurzelverläufe feststellen und entsprechende Behandlungsschritte einleiten. Bei dieser Diagnosetechnik macht man sich die Eigenschaft der Röntgenstrahlen zu Nutze, verschiedene Körperbestandteile und Gewebe unterschiedlich stark zu durchdringen. Die Strahlen treffen anschließend in unterschiedlicher Stärke auf ein belichtungsfähiges Filmmaterial auf und bilden die durchstrahlten Körperregionen ab.

Durch Einzelzahnaufnahmen erstellt der Zahnarzt detaillierte Bilder einzelner Zähne und seiner Nachbarzähne. Das gesamte Gebiss kann zum Beispiel mithilfe des Panoramaröntgengerätes (Orthopantomograph, OPG) aufgenommen werden. Für die Karieserkennung im Zahnzwischenraum bieten sich so genannte Bissflügelaufnahmen an.

Die Weiterentwicklung im medizintechnischen Bereich hat das digitale Röntgen hervorgebracht. Dabei wandelt ein Sensor die absorbierten Röntgenstrahlen in digitale Signale um und macht sie am Computerbildschirm sichtbar.

Anästhesie

Bei zahnmedizinischen Eingriffen reicht in der Regel eine Lokalanästhesie aus, das heißt, nur die zu behandelnde Stelle in Ihrem Mundraum wird betäubt. Bei größeren Eingriffen, wie z.B. einer umfangreicheren Implantation sowie bei Patienten mit größerer Angst kann eine Analgosedierung oder eine Vollnarkose sinnvoll sein.

Fragen rund um die Anästhesie werden vor der Behandlung individuell mit Ihnen abgeklärt.

Mundgesundheits-Kennwerte (Indices)

Indices sind festgelegte Messzahlen, mit denen die Gesundheit von Zahnfleisch und Zahnbett erfasst werden kann.

Außerdem wird mit Ihnen überprüft, an welchen Stellen die Zahnpflege weiter verbessert werden sollte, um Zähne und Zahnfleisch vor Erkrankungen zu schützen.

Zahnbeläge

Zahnbeläge bilden sich täglich neu und sind die Hauptursachen für die wichtigsten Erkrankungen von Zähnen, Zahnfleisch und Zahnhalteapparat.

Unterteilt werden sie in weiche Beläge (dem so genannten “Biofilm”, der von Bakterien gebildet wird) und harte Beläge (Zahnstein).

Weiterhin können Beläge mit Zahnverfärbungen durch häufigen Wein-, Tabak-, Kaffe- und Teekonsum entstehen.

Mit einer sorgfältigen Mundhygiene und zusätzlichen prophylaktischen Maßnahmen wie einer professionellen Zahnreinigung (PZR) können weiche Zahnbeläge und Zahnstein auch an schwer zugänglichen Stellen wie den Zahnzwischenräumen entfernt werden.